Diplom Heilpädagoge

Der Abschluss Diplom-Heilpädagoge ist heutzutage mehr oder weniger eine Seltenheit, obgleich das Heilpädagogik-Studium keineswegs an Reiz verloren hat. Durch den Bologna-Prozess, der als europaweite Hochschulreform für einheitliche Abschlüsse gesorgt und das gestufte Studium flächendeckend an den Hochschulen eingeführt hat, sind der Bachelor und Master heute die akademischen Grade, die üblicherweise angestrebt werden. Wer per Studium Heilpädagoge werden will, wird daher nur noch selten auf entsprechende Diplom-Studiengänge treffen.

Das Heilpädagogik-Studium

Im Zuge der Studienwahl sollte man sich zunächst intensiv mit der Heilpädagogik auseinandersetzen und so ergründen, wodurch sich diese Disziplin der Pädagogik auszeichnet. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass die Heilpädagogik auf einen ganzheitlichen Ansatz setzt und sich daher nicht ausschließlich auf den Ausgleich von Handicaps konzentriert. Stattdessen soll der ganze Mensch mit all seinen Problemen, Einschränkungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten gesehen werden. Oberste Prämisse hat dabei die pädagogisch-therapeutische Unterstützung von Menschen, die mit psychischen, geistigen, sprachlichen und physischen Beeinträchtigungen leben oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Um die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln, widmet sich das Studium der Heilpädagogik einer breiten Palette an Inhalten. Dazu gehören unter anderem die folgenden Themen:

  • Psychologie
  • Soziologie
  • Anthropologie der Heilpädagogik
  • Pädagogik
  • Grundlagen der Medizin
  • Krisenintervention und Konfliktmanagement
  • Diagnostik und Beratung
  • heilpädagogische Handlungsfelder
  • Inklusion, Förderung und Therapie
  • empirische Sozialforschung
  • Qualitätsmanagement
  • juristische Grundlagen der Heilpädagogik

Diplom-Heilpädagoge per Studium werden

In Zusammenhang mit der akademischen Ausbildung in der Heilpädagogik denken viele Menschen noch an den Diplom-Heilpädagogen. An einigen wenigen Hochschulen kann dieser Abschluss noch erreicht werden, so dass ein traditionelles Diplomstudium der Heilpädagogik keineswegs ausgeschlossen ist. Wer über das (Fach-)Abitur oder als beruflich Qualifizierter beziehungsweise Absolvent einer beruflichen Aufstiegsfortbildung über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, kann sich für die Diplom-Heilpädagogik einschreiben und in acht Semestern Regelstudienzeit das Diplom erlangen.

Heilpädagogik auf Bachelor oder Master studieren

Mittlerweile haben sich auch an deutschen Hochschulen die europaweit einheitlichen Abschlüsse Bachelor und Master durchgesetzt, so dass das gestufte Studium auch in der Heilpädagogik Standard ist. Zunächst befasst man sich im grundständigen Bachelor-Studium mit der wissenschaftlichen Basis und erhält so nach sechs Semestern den Bachelor of Arts. Voraussetzung hierfür ist eine Hochschulzugangsberechtigung.

All diejenigen, die den Bachelor bereits erworben haben und sich intensiver mit heilpädagogischen Themen auf wissenschaftlichem Niveau befassen möchten, können im Zuge eines postgradualen Aufbaustudiums mit üblicherweise vier Semestern Regelstudienzeit den Master of Arts erlangen.

Unabhängig davon, ob es um den Bachelor oder Master geht, sollten angehende Heilpädagogen nach den folgenden Studiengängen Ausschau halten:

  • Heilpädagogik
  • Rehabilitation
  • Sonderpädagogik
  • Therapiewissenschaft
  • Gesundheitsförderung
  • Heilerziehungspflege
  • Inklusive Pädagogik

Das Heilpädagogik-Studium berufsbegleitend absolvieren

Menschen, die im Gesundheits- oder Sozialwesen tätig sind und den Wunsch haben, heilpädagogisch tätig zu werden, können die betreffende Ausbildung mitunter im Zuge eines berufsbegleitenden Studiums absolvieren. Per Fernstudium oder auch in einem dualen Studium kann man einen anerkannten Studienabschluss in Heilpädagogik anstreben, ohne dafür die Berufstätigkeit aufgeben zu müssen. Berufliche Praxis und wissenschaftliche Theorie gehen so Hand in Hand, wodurch angehende Heilpädagogen umfassende Handlungskompetenzen erwerben.

Beruf Heilpädagoge

Studierte Heilpädagogen befassen sich im beruflichen Alltag mit der Erziehung, Förderung und Unterstützung von Menschen jeglichen Alters, die mit Beeinträchtigungen leben müssen. Geistige Behinderungen, körperliche Einschränkungen, chronische Erkrankungen oder auch Verhaltensauffälligkeiten können eine heilpädagogische Behandlung erforderlich machen, um eine bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Arbeitswelt zu ermöglichen.

Als Heilpädagoge mit Hochschulabschluss kann man in der Regel nicht nur allgemeine heilpädagogische Aufgaben erfüllen, sondern auch in die wissenschaftliche Forschung einsteigen oder die Leitung einer heilpädagogischen Einrichtung übernehmen. Nach dem Studiengang Heilpädagogik ergeben sich so in den folgenden Bereichen interessante Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Tagesstätten für Menschen mit Behinderung
  • Pflege- und Wohnheime
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Therapiezentren
  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Gemeinschaftspraxen
  • soziale Dienste
  • integrative Einrichtungen
  • Kindergärten
  • öffentliche Verwaltung
  • kirchliche Wohlfahrtsverbände

Das Gehalt in der Heilpädagogik

Wer mehr über das Gehalt in der Heilpädagogik erfahren will, sollte sich bewusst machen, dass der Verdienst von der persönlichen Qualifikation, vorhandenen Berufserfahrung und der Einrichtung, in der man tätig ist, abhängt. Im Allgemeinen kann man nach einem Heilpädagogik-Studium aber durchaus von einem durchschnittlichen Gehalt zwischen 31.000 Euro und 50.000 Euro brutto im Jahr ausgehen.